Von Manhattan nach Boulder

New York State - Pennsylvania -Virginia - Westvirginia - Kentucky - Indiana - Illinois - Missouri - Kansas - Colorado

Nachdem ich einige Touren auf Mallorca und den Kanarischen Inseln gefahren war wollte ich mal nicht nur auf einer Insel im Kreis fahren, sondern mal eine lineare Strecke fahren. Ich kam Abends in Manhatten an und fuhr im dunkeln durch Harlem um mir eine Unterkunft zu suchen.
Nach einem Tag sighseeing fuhr ich am nächsten Tag früh am Hudson River zur Jefferson Washington Bridge. Auf der engen Brücke wählte ich das falsche Lewel mit den Trucks. Ich kam bis zur Brückenmitte, dann hatte ich einen Wagen des NYPD hinter mir. Ich bekam einen Platten und mein Rad landete im Koffer- aum der Polizei und ich auf der Rückbank hinter dem
 
Gitter. Der New Yorker war so freundlich mich auf die andere Seite nach New Jersey zu bringen. Dort reparierte ich das Rad. Danach fuhr ich durch Union City auf den Highway No.1 , der hat keinen Seiten- streifen dafür aber viel Verkehr. Ich sehe in der Ferne die Skyline von Philadelphia. in Coatesville hat die Textilfabrik zu gemacht und es gibt viele Arbeitslose. Ich hatte bis hier 5 Platten und als ich abends alle Schläuche geflickt hatte, in der Moteltür stand und den Sonnenuntergang anschaute machte es hinter mit mehrmals Pffffff................... Pffffff................. und die selbstklebenden Flicken sich lösten fragte ich zum
erstenmal ob die Tour so eine gute Idee ist.
In Lancaster kaufte ich neue Pages und Mr. Tuffy (ein kunststoffstreifen der Platten verhindern soll). Ich fahre durch Amishland und sehe viele Menschen auf den Feldern und mit Pferdekutschen. Ich fahre nun abseits der Highways auf kleinen Strßen , mit wenig Verkehr komme ich in die Blue Ridge Mountains. In Front Royal bleibe ich 2 Tage. Ich fahre nach Washington zur Bicycle Federation um etwas über den Weg von Coast to Coast durch die USA zu erfahren. Aber die Büros der Federation ziehen gerade um und haben geschlossen. Auf dem Skyline Drive geht es in die Blue Ridge Mountains. Das macht viel Spaß und ist anstrengend.
 
Bei Waynsboro reißt die Kette und im Bikeshop bekomme ich neben einer neuen Kette auch Infos über den Tranz America Bikeway. Der Inhaber des Colony Inn Motel ist Gratefull Death Fan und schaut auch so aus. Auf der Bikeroute 76 bei 30-35 Grad fahre ich durch West Virgina. Entlang der Stecke sehe ich
Stinktiere, Waschbären,Schildkröten und Backen- hörnchen. Über Radford, Saltville und Pound komme ich nach Kentucky. Hinter Williamsburg fahre ich durch den Daniel Boone National Forest. Fast kein Verkehr, schmale Straßen und kleine Dörfer und ein Hund der mich in die rechte Wade beisst. Was zur folge hat, das mich die Hundebesitzerin erst einmal verarztet, ich dann mit ihrem Mann bei TV mit Robocop 2 (wo es Blutig zugeht), während mir das Blut am Bein entlang läuft, darauf warte das wir in den nächsten Ort zum Arzt fahren. Dort bekomme ich eine Tetanusspritze deren Einstich in den folgenden Tagen mehr schmerzt als der Hundebiss. Kurz vor Vienna in Illinoise erwischt mich
 
ein Gewitter. mit Platzregen Blitz und Donner. Ich finde einen Unterstand in einem Rondell vor einer Schokoladenfabrik. Dort kaufe ich einiges an Schokolade und bei einem heissen Kakao schreibe ich Postkarten. Nach einer Unterhaltung mit einer amerikanischen Familie über meine Tour bekomme ich eine Regenjacke geschenkt. Die aber als ich in der Dämmerung zum 10 Km entfernten Motel fahre kaum
etwas nützt, denn es regnet so viel, das ich Klatschnaß dort ankomme. Auf der General River Route fahre ich über den Mississippi nach Missouri. Von Jackson über Potosi komme ich nach Eldon. Hinter Eldon brechen Zwei Speichen und als ich die Bremsbeläge abbaue und das Hinterrad richte kommt ein Pferdegespann mit Planwagen vorbei. Der Amish Lewis sagt das er weiß wo es eine Fahrradreparatur gibt. Ich solle mein Fahrrad in den Planwagen legen und mich zu ihm auf den Bock setzten. In dem Planwagen sehe ich dann die ganze Familie. Als wir auf den Hof des Fahrradshops stehen, schließt die Frau Esther den Laden auf und bringt mein Fahrrad hinein. Der Laden gehört der
 
Familie und Esther repariert das Hinterrad. Es gibt kein Strom. Licht wird mit Öllampen erzeugt und der rest ist Handarbeit. Ich bekomme das Tretlager festgezogen, Kette geölt, Bremsen eingestellt, etwas zu Trinken und einen Snack. Gegen Mittag ist alles fertig und ich darf nichts dafür bezahlen, ich soll stattdessen eine Postkarte aus Deutschland schreiben. Ungewöhnliche und nette Menschen.
Ich fahre an diesem Tag noch 17 Km bis ins nächste Motel und geniesse den Tag am Pool.
Die Motels auf dem Weg von Harrisonville nach Manhatten in Kansas waren alle wegen einer großen Auktion ausgebucht. Und so musste ich über 250 km fahren bis ich in Manhatten im Motel 6 ein Zimmer bekam. Kurz vorher habe ich nach drei Wochen den ersten Platten.
Auf der Strecke nach Beloit reisst die Schraube vom Umwerfer ab und danach springt die Kette auf dem Kranz hin und her was beim Radfahren nervt. Am nächsten Morgen warte ich bis um 10 Uhr der Hardwareshop öffnet und ich finde nicht nur die Ersatzteile die brauche, sondern auch im Lagerbereich einen kleine Fahrradwerkstadt wo ich mein Fahrrad repariren kann.
Ich fahre durch Landschaften wie aus der Jeans Werbung, Oberleitungen, einsame Straßen und entlose Maisfelder wo Mähdrescher ihre Runden drehen. Durch die Orte Stockton, Colby und St.Francis komme ich nach Anton in Colorado.
Mit Blick auf die Rocky Mountains fuhr ich nach Denver, wo die Tour endete.