Von Norden nach Süden über die Baja California

Von Mexicali nach La Paz und Lands End

Bei Mexicali komme ich auf die Baja California und erleide ich einen kleinen Kulturschock. Im Centrum ist starker Smog, es stapelt sich der Bauschutt und der Müll, es stinkt und die Straße hat große Löcher. An den Slums vorbei bin ich nach 15 km aus der Stadt heraus gefahren und folgte der Mex 5 nach Süden.
Diese führte erst an der Laguna Salada entlang, und dann an den Golf von Californien. Dort gibt es vor San Felipe einige Campos mit schönen Stränden. Ich baute mein Zelt bei der El Dorado Ranch auf, dort hatte ich, für zwei Nächte, den Wirlpool für mich allein.
Am folgenden Tag besuchte ich San Felipe und sah mir den Leuchtturm, den Fischmarkt und den Hafen an. Dort setzte ich mich in ein Restaurant, aß frischen
 
Fisch und beobachtete dabei wie die Fischer bei ihren Booten die Netze flickten. Beim Sonnenunter- gang schienen die Berge in der Umgebung zu glühen und der Mondaufgang, der auf dem Meer glitzerte, schimmerte in Orangetönen und sah eher wie ein Sonnenaufgang aus. Die Straße nach Puertocitos ist an vielen stellen einfach weggespült, und es stehen nur noch Reste. 3 km vor Puertocitos ist das Campo Delphin mit einigen Palapas am Strand.
Pedro der Campwart und Fischer empfing mich mit mexicanischen Brot und zwei Borritos. Außerdem bekam ich am Abend Feuerholz und eine Einladung am nächsten Morgen mit zum Fischen zu kommen. Ist schon schön, Lagerfeuer am Strand, warme Tortillas und Kaffee, und der Mond geht auf. Um 5 Uhr Morgens, beim Sonnenaufgang stapfte ich mit Pedro bei Ebbe durchs Watt zu seinen aufgestellten Netzen um die Fische einzusammeln. Die kleinen Fische gibt Petro den wartenden Pelikanen und die Großen schleppen wir zurück zu Camp und machen sie fertig für die Kühltruhe. Pedro läd mich zum Abendessen ein, es gibt den Fang des Tages.
 
Nachdem ich die Mittagshitze unter der Palapa verschlafen hatte, fuhr ich am Nachmittag zu den Hot Pools und dann, um für die nächsten 3 Tage Verpflegung zu kaufen, nach Puertocitos. Der Weg entlang der Küste besteht zum großen Teil aus sandigen Abschnitten und aus Waschbrettpiste mit Schotter, großen Steinen und felsigem Untergrund. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit lag zeitweise bei 7-9 Stundenkilometern (da wäre ich zu Fuß auch nicht viel langsamer). Und bei diesen hohen Belastungen für das Bike, mit dem vielen Gepäck (z.B. 15 Liter Trinkwasser), sind die Folgen, das das Hinterrad eine acht bekommt. Nach ca. 60 km baue ich mein Zelt in der einsamen Bahia Luis Gonzaga auf.
Die Landschaft ist schön karg, große Kakteen und kein Verkehr. Bei Loco`s Corner gibt es nicht anderes zu Trinken als Bier. Bei El Crucero fahre ich endlich wieder auf Asphalt. Aus dem Campingplatz an der Bahia de Los Angeles Junction ist ein Militärcamp geworden, und deshalb habe ich dann noch 68 km bis zu Küste vor mir.In Bahia de los Angeles sah ich mir die imposanten Walknochen im Museum an und besuchte die Schildkröten Pflegestation. Den Nachmittag verbrachte ich bis zum Sonnenuntergang am Strand. Am folgenden Tag schaffte ich es bis zur Mex 1, dann fing es an zu Regnen, der wurde immer stärker, bis das Wasser mir aus den Schuhe lief.
 
Neben der Straße versank alles im Matsch, so das ich froh war, als ein Schild ein Motel mit 24 Std Hot Shower, kurz vor Gurrero Negro anzeigte. Dort wollte ich mir bei einer Bootstour Grauwale anschauen, aber bei Regen gibt es keine Touren. Ich bin über die Grenze von der Nord Baja auf die Süd Baja (Überquerung einer Zeitzone) vom Militärposten auf Lebensmittel gefilzt worden. Weil im Süden viel angebaut wird, dürfen Getreide und Obst nicht eingeführt werden. In Vizcaino gibt es einen Trailerpark und zwei Motels. Auf der Mex 1 fahre ich über flaches Land nach San Ignacio.
Auf dem Don Chong`s Campingplatz war es Nachts echt laut, Frösche quakten, Enten schnatterten. In Santa Rosalia schaute ich mir die Missionskirche von Eifel (der hat den Eifelturm gebaut) an. Am 24 Dezember kurz vor Mulege knackte es einmal und die Hinterradfelge war gerissen. Toll. In Mulege fand ich eine Werkstadt, die eine alte verbogene Felge unter der Decke hängen hatte. Diese war für 36 Speichen, und meine Narbe hatte 32 Löcher. Der Besitzer half mir beim Einspeichen und Löcher in die Narbe bohren. So hatte ich am Abend ein neues Hinterrad.
An der Bahia Conception und Loreto vobei an der Sierra Gigante kam ich nach Ciudad Constitucion. Mit viel Verkehr, fuhr ich über Las Pocitas nach La Paz.
 
Am Ortseingang im Club Marlin bekam ich ein Zimmer. Ich lies diesen anstrengenden Tag bei Klavier- musik, Kaminfeuer und einem Fischgericht im Restaurant des Clubs ausklingen.
Am nächsten Tag baute ich mein Zelt auf dem El Calderon Trailer Park auf und schaute mir La Paz an. Ich fand einen schönen Platz am Malecon, ausgiebiges Frühstück, einige Caffee con Leche und dann bekam ich bei Bicimondo ein neues Hinterrad.
Das Theatro del Ciudad und das Museo de Antropologie mit dem großen runden Steinkalender der Maya fand ich sehr beeindruckend. Von dem Smog, Staub, Dreck in La Paz hatte ich schnell genug und da ich noch eine Woche bis zum Rückflug hatte, machte ich mich auf den Weg nach Lands End.

Auf dem R.V.Park bei Los Barilles leben viele Langzeitcamper aus Amerika. An den Autos kann ich sehen das es Amerikaner von Alaska bis New Mexico sind die hier Urlaub machen. .
Im Süden der Baja sind auch die Mexicaner nicht mehr so freundlich, auch die sind von den vielen betrunkenen und rücksichtslosen Gringos genervt. Die Baja ist das Mallorca der Amerikaner.
Zwischen San Jose und Cabo wird die Mex 1 zur Autobahn mit Seitenstreifen .
Etwas außerhalb von Cabo San Lucas, auf einer Schotterpiste fand ich ein schräghängendes, ausge- blichenes Schild mit der Aufschrift `Campo`. Außer mir wurde dieser Platz nur noch von einem Schiffs- kapitän bewohnt, der sich über meine Gesellschaft freute und mich gleich zum Caffee einlud.
In Todos Santos schaute ich mir das Hotel California (genau das was die Eagles besungen haben) an. Der El Molino Campgroud ist nun leider ein Privat Park, aber als die Besitzerin sah das mit dem Bike unterwegs bin, bot sie mir an im Rosengarten zu zelten.
Auf der linken Seite der Pazific, rechts die Sierra de La Laguna, sofahre ich zurück nach La Paz. Morgens zum Flughafenfahren mit dem Karton unterm Arm, das Bike einpacken und über L.A., Minneapolis, Amsterdam nach Hamburg fliegen.
Bike zusammenbauen und zurück nach Hannover fahren.