Von Antelope Wells nach Roosvelt

Mexican Border to Canadian Border

In Phoenix war es über 45 Grad warm/heiß. Mein Fahrrad kam einen Tag nach mir dort an. So kam es, das ich Sonntags beim Sonnenaufgang kaum einem Auto begegnete als ich durch die Stadt fuhr. So früh am Morgen waren die Straßen wie leergefegt. Die Strecke zur Border Station nach Antelope Wells fuhr ich über Florence, San Manuel, Willcox und Lordsburg. Um dem Autoverkehr auszuweichen fuhr ich viel auf Schotter-, Sandpisten und auf alten Highways. In Antelope Wells angekommen wurde ich an der Grenzstation von Tim der Borderpatrol zu einem eisgekühlten Softdrink eingeladen. Am nächsten Tag sollte die Tour auf dem CDT beginnen. Ich baute mein Zelt an der Grenze auf und hatte eine stille Nacht.  
Um High Noon begann ich meine über 4000 km lange Tour.
Auf asphaltierter Straße bei Gegenwind fuhr ich leicht bergauf über Hatcher Gap nach Hachita. Hachita hat nur noch wenige Einwohner und die Gasstation oder der Grocery Store sind seit langem verlassen. Nach 65 Meilen erreiche ich die Schotterpiste entlang der Interstate 10 die mich nach Separ bringt. Dort gibt es bei der Trading Post Kaffee und Snacks. Der CDT verläuft dann auf einer Sandpiste weiter.
Ich fahre bis es dunkel wird und baue mein Zelt neben dem Trail in der Wüste auf. Beim ersten Licht am Horizont sitze ich wieder auf dem Bike und fahre weiter. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar das dies die einzige warme Nacht war. Danach folgten nur noch kühle bis eiskalte Nächte. Nach einem längeren Anstieg verlies ich die sandige Piste und fuhr auf Teerstraße nach einem weiteren Anstieg nach Silver City. Dort machte ich eine Pause mit Borritos, Donuts und Kaffee. Nachdem ich meinen Getränkevorrat aufgefüllt hatte fuhr ich auf dem Highway 180 weiter. Auf dem Highway war kaum Verkehr und in Cliff konnte ich nochmal Einkaufen bevor es auf einer Schotterpiste in die Berge geht.
 
Der Gegenwind ist so heiß, das mir der Mund nach wenigen Minuten austrocknet und ich viel Trinken muß und viele Bonbons und Kaugummi verbrauche. In den Mogollon Mountains ist es in einigen Passagen steil und staubig. Als es dämmert baue ich mein Zelt auf. Kaum zeigt sich ein Siberstreif am Horizont sitze ich wieder im Sattel und es geht weiter durch die Berge. Nachdem ich den Highway 12 überquert habe geht es in die Mangas Mountains. Dort ist es genau so steil und staubig wie vorher.
Als ich am nächsten Tag in Pie Town ankomme nehme ich erst eine Dusche auf dem Campingplatz und befreie mich von der Staubschicht. Danach fahre ich zum Top of the World Cafe und esse eine Blueberry Pie. Die Wellblechpiste bleibt staubig und es wird etwas gefährlich. Denn ein Grader hatte den Trail begradigt und dabei die Löcher mit lockerem Sand und Schotter zugeschüttet. So das der Trail aus schierem Fels mit tief sandigen Abschnitten bestand. Deshalb war ich froh als ich den asphaltierten Highway 117 erreichte und mit Rückenwind durch das El Malpais National Monument fahren konnte. Entlang der farbigen Sandsteinklippen fuhr ich bei der Interstate 40 auf der Route 66 nach Grants.
 
Dort gibt es viele alte und verfallene Gebäude. Aber es gibt auch einen Supermarkt und am Ortsausgang ein Motel. Ich konnte Verpflegung auffüllen, Chinese Food essen und das Zelt trocknen. Am nächsten Tag hatte ich Sonnenschein, Teerstraße, Rücken-, Seitenwind bis Pueblo Pintado, und ab dort heftigen Seitenwind mit kleineren Sandstürmen bis Cuba. Kurz hinter Puoble Pintado bei einer Laundry gab es zum Lunch Kaffee, cold Softdrinks und die Möglichkeit eine Tiefkühlpizza in einem Pizzaofen aufzubacken. Den Abschluß dieses bequemen Tages verbrachte ich im Bett des Frontier Motels in Cuba.
Der neue Tag beginnt mit Teerstraße und geht dann vom Highway 96/112 entlang der Continental Divide im Santa Fu National Forrest in eine Schotterpiste über. Ich fahre über einen Staudamm auf den Highway 84 nach Charma. Von dort führt der Trail wieder in die Berge. Ich fahre am 6.Tag der Tour von New Mexico nach Colorado. Nach dem Cumbres Pass mit 10.022 Feet folgt der La Manga Pass mit 10.230 Feet. Danach geht es steil Bergab nach Hurka. Dort bekomme ich im Restaurant (der Convinience Store hat ab 6 pm ge- schlossen) etwas zu Trinken. Ab hier beginnt eine fiese Schotterpiste nach Platoro. Heute schaffe ich noch 10 km zum Spectacle Lake Campground. Am folgenden Morgen ist es bewölkt, kalt und ich fahre auf
 
der fiesen Schotterpiste in 8 Stunden 80 km immer weiter Bergauf in den Schnee zum Indiana Pass mit 11.930 feet. Der ist der höchste Punkt auf dem CDT. Zweimal gibt es einen Hagelschauer, es Schneit, Regnet und ist kalt. In Platoro kann ich mich zwischendurch mit Kaffee aufwärmen. Nach dieser Anstrengung geht es Bergab nach Del Norte. Die letzten 15 Km sind wieder Teerstraße. An der Gasstation in Del Norte kann ich etwas warmes Essen und im Motel schlafen.
Bei kalten Wind fahre ich am nächsten Tag über den Rio Grande und verlasse danach die Teerstraße um auf eine Sand- und Schotterpiste über La Garita (Grocery Store und Kaffee), über den Carnero Pass mit 10.166 Feet, über den Cocetopa Pass mit einer Elevation von 10.135 Feet und über sanfte staubige Hügel bis nach Doyleville zu radeln wo ich auf den Highway 30 wieder auf Asphalt fahre. In Sargents bekam ich für 25 USD eine Cabin und hatte eine warme Nacht. Nach einem heißen Kaffee am Morgen fuhr ich bei blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein die 27 km auf gute Schotterpiste hinauf zum Marshall Pass mit einer Höhe von 10.850 Feet. Oben am Pass lag Schnee und die gute Schotterpiste wurde zu einer Piste mit großen Steinen und ....................

Auf dem CDT mußte ich mich außer auf die Zeitumstellung von 9 Std auch noch auf die großen Temperaturunterschiede, vom 1. zum 3. Tag von über 40 auf fast 0 Grad am Morgen im Camp bei Pie Town, einstellen. Außerdem befand ich mich meistens auf 2000 - 3000 Höhenmeter wo fast immer ein kalter Wind wehte und auf den Pässen über 3000 Meter lag immer Schnee.

Mehr Informationen, viele Fotos und den Reisebericht nach Roosvelt gibt es

unter: andreas.fassbender@gmx.net